Hannovermarkt 1

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Hannovermarkt

Hannovermarkt

Bezirk 20., Brigittenau
Lage entlang der Hannovergasse (zwischen Othmargasse und Gerhardusgasse)
Marktform städtischer Markt (Stadt Wien / Marktamt)
Bauernmarkt rund 700 m², besonders an Freitagen und Samstagen
Letzte bauliche Maßnahmen statische Sanierung 2019–2020 im Vollbetrieb


Der Hannovermarkt

Der Hannovermarkt ist ein städtischer Lebensmittelmarkt im 20. Wiener Gemeindebezirk Brigittenau. Er erstreckt sich entlang der Hannovergasse zwischen Othmargasse und Gerhardusgasse und ist für seine Mischung aus heimischen und „orientalisch“ geprägten Angeboten bekannt.

Der Markt zählt mit rund 55 fixen Verkaufsständen zu den traditionellen Detailmärkten Wiens und fungiert im Alltag als Nahversorger für das dicht bebaute Umfeld der Brigittenau. Er bietet eine schöne Mischung aus preiswerten heimischen und „orientalischen“ Produkten; auch Gastronomiebetriebe sind zu finden. Daneben prägt ein Bauernmarkt am Samstag das Wochenbild zusätzlich. Der Markt ist dadurch nicht nur Einkaufsort, sondern auch ein lebendiger sozialer Raum im Grätzel.[1]

Geschichte

Die Wurzeln des Marktes werden auf das Jahr 1850 zurück geführt, als der Vorgängermarkt noch als Brigittamarkt (am Brigittaplatz) bestand. Der Markt hatte damals noch keine festen Marktstände, sie mussten noch täglich neu aufgebaut werden. 1913 wurde der Brigittamarkt auf seinen heutigen Standort verlegt.

Erst 1930 wurde der Markt als Hannovermarkt eröffnet; Namensgeber war die Königsfamilie von Hannover, die im Preußisch-Österreichischen Krieg auf der Seite Österreichs stand. Im 2. Weltkrieg wurde der Markt schwer beschädigt, 1945 jedoch wieder aufgebaut.

In den Jahren 1963 bis 1965 erfolgte eine Neuerrichtung in Form einer einheitlichen Standkonzeption mit basarähnlichen Ladenzeilen (Pavillonbauten mit Schmetterlingsdächern).[2]

Für das heutige Erscheinungsbild ist außerdem eine Generalsanierung im Jahr 2003 wichtig, die laut Überblicksdarstellung mit EU-Fördermitteln umgesetzt wurde und auch zu einer Verkleinerung des Marktes führte.[3]

Nun wird bis 2030 angestrebt, den Markt moderner und attraktiver zu gestalten. Geplant sind unter anderem eine gläserne Überdachung, neue Aufenthaltsbereiche und eine verstärkte gastronomische Nutzung. [4]

Gedenkstein

Am Rand des Hannovermarkts erinnert ein Gedenkstein an das frühere Gasthaus Ockermüller, das bis zum Zweiten Weltkrieg an dieser Stelle stand. In diesem Gasthaus wurden die Gespräche geführt, die schließlich zur Abtrennung der Brigittenau vom 2. Bezirk und damit zur Selbständigkeit als 20. Bezirk führten; genannt werden dabei insbesondere Bürgermeister Dr. Karl Lueger und Gemeinderat Lorenz Müller sowie das Datum 24. März 1900, das am Stein ausdrücklich festgehalten ist.[5][6]

Gedenkstein Gasthaus-Ockermüller

Gedenkstein Gasthaus-Ockermüller

An dieser Stelle stand
das Gasthaus Ockermüller.
Hier fanden die Gespräche
zwischen Bürgermeister
Dr. Karl Lueger
und dem Gemeinderat
Lorenz Müller statt
Diese Besprechungen
führten schliesslich
am 24. März 1900
zur Selbständigkeit der
Brigittenau als 20. Bezirk

Bezirksvorstehung Brigittenau

Umfeld und aktuelle Themen

Rund um den Hannovermarkt wird immer wieder über Verkehrsdruck und Aufenthaltsqualität diskutiert. Medienberichte thematisierten wiederholt Probleme mit Kfz-Verkehr und Parken sowie Forderungen nach einer stärkeren Verkehrsberuhigung im Umfeld des Marktes.[7] Eine verkehrsplanerische Studie (TU Wien, 2020) beschreibt insbesondere die hohe Belastung zu Spitzenzeiten am Freitag und Samstag und ordnet die Situation in das enge Wohngebiet zwischen Jägerstraße, Wallensteinstraße und Klosterneuburger Straße ein.


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Quellen