12.-Februar-Platz
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Namensgebung
Der Platz wurde am 10.2.1985 nach den Februarkämpfen 1934 benannt. 1930 war der Platz als "Karl-Marx-Platz" zu finden, ab 1935 als "Heiligenstädter-Platz". [1]
Der Platz liegt im Ehrenhof des Karl-Marx-Hofs zwischen Heiligenstädter Straße (West) und Boschstraße (Ost); innerhalb der Anlage befindet er sich zwischen Mooslackengasse und Josef-Hindels-Gasse. 2004 wurde ein Teilabschnitt zur Josef-Hindels-Gasse, 2022 eine weitere Verbindung zur Rudolf-Gelbard-Gasse benannt.
Die Grünfläche (rund 10.417 m²) wurde nach dem Bau der Tiefgarage 2011 denkmalpflegerisch angepasst wiederhergestellt; die historische Einfassung und das zentrale Denkmal blieben erhalten.
Im Jahr 2010 wurde hier die erste "Wohnsammelgarage" Wiens eröffnet. [2]
Platzraum und Gestaltung
Der 12.-Februar-Platz ist als großzügiger Ehrenhof zwischen zwei Hofbereichen des Karl-Marx-Hofes angelegt und öffnet sich zur Heiligenstädter Straße hin. Er gehört damit zu den klassischen Freiräumen des Roten Wien, in denen Architektur, Grünraum und politische Symbolik eng miteinander verbunden sind.[3] Die langgezogenen Wohntrakte und die markanten Torbauten des Gemeindebaus rahmen den Platz, der als Durchgangs- und Aufenthaltszone gleichermaßen funktioniert.
Auf dem Platz liegt die Parkanlage 12.-Februar-Platz, unter diesem wurde 2010 eine unterirdische Wohnsammelgarage errichtet. Sie wurde als erste Anlage dieser Art in Wien realisiert, da sie die oberirdischen Flächen weitgehend vom ruhenden Verkehr freihält.[4][5] Die Zufahrtsbauwerke und Lüftungselemente sind in die Platzgestaltung integriert, sodass der Eindruck eines großzügigen, weitgehend autofreien Hofes erhalten bleibt.
12. Februar 1934 und Erinnerung
Der Name des Platzes verweist auf den 12. Februar 1934, den Beginn der bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen republikanischem Schutzbund und Regierungstruppen, die in Wien und anderen österreichischen Städten mehrere Tage lang andauerten. Der Karl-Marx-Hof war dabei einer der bekanntesten Schauplätze: Die Anlage wurde zum symbolischen Bollwerk des Wiener Gemeindebaus, das militärisch angegriffen und schließlich besetzt wurde.[6][7]
Mit der Umbenennung des Platzes im Jahr 1985 reagierte die Stadt Wien auf das wachsende historische Interesse an den Ereignissen der Zwischenkriegszeit und setzte ein deutliches Zeichen der Erinnerungspolitik. Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen und geführte Rundgänge verorten die Erzählung über das Rote Wien und die Februarkämpfe bewusst am 12.-Februar-Platz und im Karl-Marx-Hof.[8][9] Das Museum Das Rote Wien im Waschsalon im Waschsalon Nr. 2 der Anlage nimmt diese Themen museal auf und verknüpft die Geschichte des Gemeindebaus mit der politischen Geschichte der Stadt.
Ansichten
Häuser des Platzes
- 12. Februar-Platz 1-7, Karl-Marx-Hof
Praktische Hinweise
- Erreichbarkeit
- Der Platz liegt direkt bei der Verkehrsdrehscheibe Heiligenstadt.
- U4 und S/Regionalzüge bis Bahnhof Heiligenstadt;
- direkt am Platz hält die Straßenbahn D (Haltestelle „Heiligenstadt S+U / 12.-Februar-Platz“).
- Busknoten u. a. 10A, 11A, 38A, 39A.
Für den Kfz-Verkehr steht die unterirdische Parkgarage 12. Februar Platz zur Verfügung, die über die Heiligenstädter Straße erschlossen wird.[10]
- Besichtigungstipps
- Ein Besuch des 12.-Februar-Platzes lässt sich gut mit einer Führung durch den Karl-Marx-Hof und die Ausstellung Das Rote Wien im Waschsalon verbinden; viele Rundgänge beginnen am Ehrenhof und nutzen den Platz als Einstieg in die Geschichte des Gemeindebaus und der Februarkämpfe.[11][12] Wer nur kurz vorbeikommt, kann die Perspektive durch die Torbögen des Karl-Marx-Hofes, die Fassadenstaffelung entlang von Boschstraße und Heiligenstädter Straße und die erneuerte Parkanlage im Hofraum auf sich wirken lassen. Dank der Sammelgarage ist der Platz weitgehend autofrei und eignet sich als ruhiger Stadtinnenhof im dicht bebauten Heiligenstadt.
- Museum Das Rote Wien im Waschsalon – Dauerausstellung zur Geschichte des Roten Wien im Waschsalon Nr. 2 (Halteraugasse 7); viele Führungen beginnen oder enden am 12.-Februar-Platz.[13]
→ weiter zu kreuzenden Straßen: Boschstraße | Heiligenstädter Straße | Karl-Marx-Hof | Josef-Hindels-Gasse | Rudolf-Gelbard-Gasse
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Quellen
- ↑ Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. 6., Kremayr & Scheriau, Wien 1992, S. 720
- ↑ http://www.dasrotewien.at/seite/12-februar-platz
- ↑ Karl-Marx-Hof – Beschreibung der beiden Höfe, der großzügigen Grünflächen und der städtebaulichen Konzeption als langgestreckte Wohnanlage.
- ↑ Das Rote Wien: 12.-Februar-Platz – Hinweis auf die Eröffnung der ersten Wohnsammelgarage Wiens am Platz Ende 2010.
- ↑ BOE Parking: Parkhaus 12. Februar Platz, 1190 Wien – Tiefgarage am 12.-Februar-Platz mit Kurz- und Dauerparkangebot.
- ↑ Das Rote Wien: 12.-Februar-Platz – Verweis auf die besonders heftigen Kämpfe am Karl-Marx-Hof im Februar 1934.
- ↑ Christoph Jünke: Der Karl-Marx-Hof als Erinnerungsort des »Roten Wien«, in: Arbeit – Bewegung – Geschichte, 2017.
- ↑ Besucherinfo »Das Rote Wien im Waschsalon« – Hinweis, dass geführte Rundgänge am Ehrenhof/12.-Februar-Platz beginnen und im Waschsalon Nr. 2 enden.
- ↑ Artikel im Kurier: »Februarkämpfe: Was man am 12.-Februar-Platz erzählt« – Reportage über die Erinnerung an 1934 im Karl-Marx-Hof.
- ↑ BOE Parking: Parkhaus 12. Februar Platz – Informationen zu Zufahrt, Tarifen und Öffnungszeiten.
- ↑ Besucherinfo: Das Rote Wien im Waschsalon – Rundgang vom Bahnhof Heiligenstadt über den 12.-Februar-Platz zum Museum.
- ↑ Artikel im Kurier: Reportage über die Februarkämpfe und die heutige Erinnerungskultur am 12.-Februar-Platz.
- ↑ Besucherinfo: Das Rote Wien im Waschsalon – Treffpunkt vor dem Bahnhof Heiligenstadt, Rundgang über den 12.-Februar-Platz zum Waschsalon.

