Adamsgasse
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Namensgebung und Geschichte
Benannt wurde die Adamsgasse im 3. Bezirk nach einem bürgerlichen Fleischhacker, Johann Adam. Er war Besitzer des Hauses "Zur goldenen Weintraube" in der Oberen Weißgerberstraße 20.
Die Gasse hieß bereits länger im Volksmund so, bis sie am 11.7.1862 offiziell benannt wurde. Ursprünglich reichte sie nur bis zur Custozzagasse, später wurde sie bis zur Hetzgasse verlängert. [1][2][3][4]
Erotisches Wien: Doderer und die Prostitution in der Gasse
Um 1900 war hier eine berüchtigte Gegend, die Straße war stark von Prostituierten bevölkert. Doderer verarbeitete diese Verhältnisse in seinem Roman "Die Wasserfälle von Slunj":
"Wenn die Dunkelheit hereingebrochen war, erschienen in der schwach beleuchteten ,Adamsgasse‘ (war dieser Name nun ominös oder nicht?!) auf dem Gehsteige vereinzelte Flecken, Gestalten, die stationär blieben oder sich in der Nähe eines Haustores nur wenig hin und her bewegten, teils auch unter oder vor demselben standen im geringen Schein einer Gaslaterne. Somit konnten diese Frauen nicht als Passantinnen gelten, und das wollten sie auch keineswegs. Einzelne Passanten jedoch wurden von ihnen angesprochen. Jede hatte in einem der Häuser ein Zimmer, wo dann einschlagenden Falles was passierte (die Hausmeisterin kassierte hierauf beim Weggehen des Gastes das Sperrgeld ebenso wie beim Kommen, also stets zweimal, und freilich weit mehr als von einer ,soliden Partei‘).“ [5]
Persönlichkeiten & Gedenken
- Mihai Eminescu
- Der rumänische Nationaldichter bewohnte während seiner Wiener Studienzeit auch Quartiere im Umfeld der Adamsgasse.
- Steine des Gedenkens
- Vor Adamsgasse 15 erinnern Steine des Gedenkens an Amalie und Anna Fadenhecht (Eröffnung 7. Juli 2024).
Kriminelles Wien: Verbrechen in der Adamsgasse
Am 3.2.2015 wurde in der Adamsgasse beobachtet, das zwei Männer in eine Wohnung einbrechen wollten. Ein Zeuge verständigte um 10:35 Uhr die Polizei, das Einbrecherduo konnte verhaftet werden. [6]
Häuser der Gasse
Die Straße ist überwiegend mit 4- und 5-stöckigen Zinshäusern ausgestattet, die Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurden.
- Adamsgasse 1
- Adamsgasse 2
- Adamsgasse 3
- Adamsgasse 3A
- Adamsgasse 4
- Adamsgasse 5
- Adamsgasse 6
- Adamsgasse 7
- Adamsgasse 8, Wohnhaus und Gedenktafel Mihai Eminescu
- Adamsgasse 9
- Adamsgasse 10
- Adamsgasse 11
- Adamsgasse 12
- Adamsgasse 13
- Adamsgasse 14
- Adamsgasse 15
- Adamsgasse 16
- Adamsgasse 17
- Adamsgasse 18
- Adamsgasse 19
- Adamsgasse 20
- Adamsgasse 21
- Adamsgasse 22
- Adamsgasse 23
- Adamsgasse 24
- Adamsgasse 25
- Adamsgasse 26
- Adamsgasse 27
- Adamsgasse 28
- Adamsgasse 30, Durchhaus zur Löwengasse 33
- Adamsgasse 32
Öffentlicher Verkehr
- Straßenbahn
- Linie 1 – Haltestellen im Nahbereich: Radetzkyplatz, Hetzgasse, Löwengasse.[7]
- Bus
- Linie 4A – Haltestellen im Umfeld: Rasumofskygasse, Wittelsbachstraße (Schüttelstraße).[8]
- U-Bahn
- U3/U4 U-Bahnstation - Landstraße (Wien Mitte) in Gehdistanz über das Weißgerber-Grätzl.[9]
Praktische Hinweise
- Erreichbarkeit
- Die Adamsgasse liegt im Weißgerbergrätzl des 3. Bezirks, zwischen Unterer Viaduktgasse und Hetzgasse, unweit des Radetzkyplatzes und des Donaukanals. Am nächsten liegen die Straßenbahnhaltestellen der Linie 1 (Radetzkyplatz, Hetzgasse, Löwengasse) sowie die Buslinie 4A (Rasumofskygasse, Wittelsbachstraße/Schüttelstraße). Die U3/U4-Station Wien Mitte–Landstraße ist in wenigen Gehminuten über das Weißgerberviertel erreichbar; von dort führen mehrere Wege (unter anderem über Landstraßer Hauptstraße, Invalidenstraße und Untere Weißgerberstraße) in die Gasse.
- Besichtigungstipps
- Die Adamsgasse ist eine kurze Querstraße, eignet sich aber sehr gut für einen thematischen Spaziergang durch das Weißgerbergrätzl. Die überwiegend vier- bis fünfgeschossigen Zinshäuser stammen aus der Mitte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts und bilden einen dichten Gründerzeitstraßenzug.
- Literarisch wurde die Gasse durch Heimito von Doderers Roman „Die Wasserfälle von Slunj“ bekannt, in dem sie als Schauplatz des „Rotlicht“-Milieus der Jahrhundertwende erscheint.
- Heute erinnern vor allem Hausgeschichten an die wechselvolle Vergangenheit: An der Adresse Adamsgasse 8 findet sich eine Gedenktafel für den rumänischen Nationaldichter Mihai Eminescu, vor Adamsgasse 15 erinnern Steine des Gedenkens an Amalie und Anna Fadenhecht. Wer sich Zeit nimmt, kann die Gasse gut in einen Rundgang vom Radetzkyplatz über Untere Weißgerberstraße und Donaukanalpromenade einbinden und dabei die literarischen, sozialgeschichtlichen und erinnerungskulturellen Spuren im Viertel nachverfolgen.
| Adamsgasse – Überblick |
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→ weiter zu kreuzende Straßen: Untere Viaduktgasse · Untere Weißgerberstraße · Custozzagasse · Krieglergasse · Dianagasse · Hetzgasse
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Quellen
- ↑ Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. 1. Kremayr & Scheriau, Wien 1992, S. 12
- ↑ Wien Geschichte Wiki: Adamsgasse (Beschreibung/Verlauf)
- ↑ Adressbuch Straßen, Gassen und Plätze von Wien (1949): Eintrag „Adamsgasse III/40“ (von Untere Viaduktgasse bis Hetzgasse)
- ↑ Adressbuch Straßen, Gassen und Plätze von Wien (1949): „Adamsgasse III/40. Von Untere Viaduktgasse 7/9 bis Hetzgasse.“
- ↑ Heimito von Doderer: Die Wasserfälle von Slunj, Biederstein Verlag, 1963, S. 25
- ↑ http://ki3.at/mutmasslicher-einbrecher-in-der-adamsgasse-festgenommen
- ↑ Wiener Linien – Linieninformation 1 (Haltestellen im Abschnitt Radetzkyplatz–Hetzgasse–Löwengasse)
- ↑ Wiener Linien – Linieninformation 4A (Haltestellenliste)
- ↑ Stadtplan Wien – Fußwegbezug Adamsgasse ↔ Wien Mitte (U3/U4)
