Adamsgasse

Aus City ABC

Adamsgasse

Adamsgasse

Bezirk
3., Landstraße
Benennung
1862
Länge in Metern
357,81 m
Gehzeit in Minuten
4,31 Minuten
Vorherige Bezeichnungen

Stadtplan


Namensgebung und Geschichte

Benannt wurde die Adamsgasse im 3. Bezirk nach einem bürgerlichen Fleischhacker, Johann Adam. Er war Besitzer des Hauses "Zur goldenen Weintraube" in der Oberen Weißgerberstraße 20.

Die Gasse hieß bereits länger im Volksmund so, bis sie am 11.7.1862 offiziell benannt wurde. Ursprünglich reichte sie nur bis zur Custozzagasse, später wurde sie bis zur Hetzgasse verlängert. [1][2][3][4]

Erotisches Wien: Doderer und die Prostitution in der Gasse

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Um 1900 war hier eine berüchtigte Gegend, die Straße war stark von Prostituierten bevölkert. Doderer verarbeitete diese Verhältnisse in seinem Roman "Die Wasserfälle von Slunj":

"Wenn die Dunkelheit hereingebrochen war, erschienen in der schwach beleuchteten ,Adamsgasse‘ (war dieser Name nun ominös oder nicht?!) auf dem Gehsteige vereinzelte Flecken, Gestalten, die stationär blieben oder sich in der Nähe eines Haustores nur wenig hin und her bewegten, teils auch unter oder vor demselben standen im geringen Schein einer Gaslaterne. Somit konnten diese Frauen nicht als Passantinnen gelten, und das wollten sie auch keineswegs. Einzelne Passanten jedoch wurden von ihnen angesprochen. Jede hatte in einem der Häuser ein Zimmer, wo dann einschlagenden Falles was passierte (die Hausmeisterin kassierte hierauf beim Weggehen des Gastes das Sperrgeld ebenso wie beim Kommen, also stets zweimal, und freilich weit mehr als von einer ,soliden Partei‘).“ [5]

Persönlichkeiten & Gedenken

Mihai Eminescu
Der rumänische Nationaldichter bewohnte während seiner Wiener Studienzeit auch Quartiere im Umfeld der Adamsgasse.
Steine des Gedenkens
Vor Adamsgasse 15 erinnern Steine des Gedenkens an Amalie und Anna Fadenhecht (Eröffnung 7. Juli 2024).

Kriminelles Wien: Verbrechen in der Adamsgasse

Am 3.2.2015 wurde in der Adamsgasse beobachtet, das zwei Männer in eine Wohnung einbrechen wollten. Ein Zeuge verständigte um 10:35 Uhr die Polizei, das Einbrecherduo konnte verhaftet werden. [6]

Häuser der Gasse

Die Straße ist überwiegend mit 4- und 5-stöckigen Zinshäusern ausgestattet, die Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurden.

Öffentlicher Verkehr

Straßenbahn
Linie 1 – Haltestellen im Nahbereich: Radetzkyplatz, Hetzgasse, Löwengasse.[7]
Bus
Linie 4A – Haltestellen im Umfeld: Rasumofskygasse, Wittelsbachstraße (Schüttelstraße).[8]
U-Bahn
U3/U4 U-Bahnstation - Landstraße (Wien Mitte) in Gehdistanz über das Weißgerber-Grätzl.[9]

Praktische Hinweise

Erreichbarkeit
Die Adamsgasse liegt im Weißgerbergrätzl des 3. Bezirks, zwischen Unterer Viaduktgasse und Hetzgasse, unweit des Radetzkyplatzes und des Donaukanals. Am nächsten liegen die Straßenbahnhaltestellen der Linie 1 (Radetzkyplatz, Hetzgasse, Löwengasse) sowie die Buslinie 4A (Rasumofskygasse, Wittelsbachstraße/Schüttelstraße). Die U3/U4-Station Wien Mitte–Landstraße ist in wenigen Gehminuten über das Weißgerberviertel erreichbar; von dort führen mehrere Wege (unter anderem über Landstraßer Hauptstraße, Invalidenstraße und Untere Weißgerberstraße) in die Gasse.
Besichtigungstipps
Die Adamsgasse ist eine kurze Querstraße, eignet sich aber sehr gut für einen thematischen Spaziergang durch das Weißgerbergrätzl. Die überwiegend vier- bis fünfgeschossigen Zinshäuser stammen aus der Mitte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts und bilden einen dichten Gründerzeitstraßenzug.
Literarisch wurde die Gasse durch Heimito von Doderers Roman „Die Wasserfälle von Slunj“ bekannt, in dem sie als Schauplatz des „Rotlicht“-Milieus der Jahrhundertwende erscheint.
Heute erinnern vor allem Hausgeschichten an die wechselvolle Vergangenheit: An der Adresse Adamsgasse 8 findet sich eine Gedenktafel für den rumänischen Nationaldichter Mihai Eminescu, vor Adamsgasse 15 erinnern Steine des Gedenkens an Amalie und Anna Fadenhecht. Wer sich Zeit nimmt, kann die Gasse gut in einen Rundgang vom Radetzkyplatz über Untere Weißgerberstraße und Donaukanalpromenade einbinden und dabei die literarischen, sozialgeschichtlichen und erinnerungskulturellen Spuren im Viertel nachverfolgen.
Adamsgasse – Überblick
Bezirk / Lage
3., Landstraße – Weißgerbergrätzl; kurze Querstraße zwischen Unterer Viaduktgasse und Hetzgasse, mit Anbindung an Untere Weißgerberstraße, Custozzagasse, Krieglergasse und Dianagasse.
Charakter
Dicht bebauter Gründerzeitstraßenzug mit überwiegend vier- und fünfgeschossigen Zinshäusern aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; schmale Wohn- und Geschäftsstraße mit ruhigerem Verkehr als die angrenzenden Hauptachsen, stark urbanes, innenstadtnahes Umfeld.
Prägende Bauten
Geschlossene Zinshauszeilen zwischen Adamsgasse 1 und 32, darunter das Haus Adamsgasse 8 mit Gedenktafel für Mihai Eminescu sowie Adamsgasse 15 mit Steinen des Gedenkens für Amalie und Anna Fadenhecht; mehrere Durchhäuser und Hinterhöfe mit typischem Weißgerber-Flair, unter anderem das Durchhaus zu Löwengasse 33.
Kultur / Geschichte
Historisch als „berüchtigte Gegend“ mit ausgeprägter Prostitution bekannt und als solche von Heimito von Doderer im Roman „Die Wasserfälle von Slunj“ literarisch verarbeitet; heute Erinnerungsort an NS-Opfer durch Gedenksteine und Hausgeschichten.


Navigation

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Quellen

  1. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. 1. Kremayr & Scheriau, Wien 1992, S. 12
  2. Wien Geschichte Wiki: Adamsgasse (Beschreibung/Verlauf)
  3. Adressbuch Straßen, Gassen und Plätze von Wien (1949): Eintrag „Adamsgasse III/40“ (von Untere Viaduktgasse bis Hetzgasse)
  4. Adressbuch Straßen, Gassen und Plätze von Wien (1949): „Adamsgasse III/40. Von Untere Viaduktgasse 7/9 bis Hetzgasse.“
  5. Heimito von Doderer: Die Wasserfälle von Slunj, Biederstein Verlag, 1963, S. 25
  6. http://ki3.at/mutmasslicher-einbrecher-in-der-adamsgasse-festgenommen
  7. Wiener Linien – Linieninformation 1 (Haltestellen im Abschnitt Radetzkyplatz–Hetzgasse–Löwengasse)
  8. Wiener Linien – Linieninformation 4A (Haltestellenliste)
  9. Stadtplan Wien – Fußwegbezug Adamsgasse ↔ Wien Mitte (U3/U4)