Grete-Rehor-Park

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Grete-Rehor-Park
Grete-Rehor-Park Wien 2022-08-08 01.jpg
Bezirk 1., Innere Stadt
Benennung 1995
Benannt nach Grete Rehor, Politikerin
Lage Schmerlingplatz
Fläche in m² 10.500
Vorherige Bezeichnungen
Besonderheiten Zonta-Rosen; Denkmal der Republik; Trinkbrunnen


Der Grete-Rehor-Park - Namensgebung und Geschichte

Der kleine, aber liebevoll hergerichtete Park liegt in unmittelbarer Nähe des Parlaments am Schmerlingplatz, das Areal gehörte ehemals zur Vorstadt vor dem Widmertor. Erst nach Abriss der Stadtbefestigung wurde beschlossen, den Platz durch den Stadtgärtner Gustav Sennholzer zu gestalten.

Für den Park kennzeichnend sind die "Zonta-Rosen" und das Denkmal der Republik.

Benannt ist der Park nach Grete Rehor, der ersten weiblichen Ministerin.

Grete Rehor

Grete Rehor (* 30. Juni 1910 als Grete Daurer in Wien; † 28. Januar 1987) war ÖVP-Politikerin, die sich gewerkschaftlich stark engagiert hat.

Schon früh verlor Grete ihren Vater, er starb im 1. Weltkrieg, ihre Mutter konnte sich keine Ausbildung für Grete leisten. So wurde Grete Textilarbeiterin und besuchte Abendseminare. Bereits 1927 trat sie der Gewerkschaft bei und machte dort rasch Karriere. 1928 wurde sie das erste weibliche Mitglied im Jugendbeirat der Arbeiterkammer, und setzte sich dabei für Förderung von Jugendlichen ein. 1935 heiratete sie den ÖVP-Gewerkschafter (und späteren Stadtrat) Karl Rehor, der im 2. Weltkrieg - nach einer Inhaftierung - bei Stalingrad fiel. Rehor musste ihre Tochter allein großziehen und engagierte sich nach dem Krieg noch stärker für die Rechte der Frauen.

Am 6.3.1966 wurde sie, als die ÖVP die Mehrheit erreicht hatte, zur Sozialministerin und war damit die erste Frau in einem Ministeramt.

Lage und Umfeld

Der Grete-Rehor-Park liegt im östlichen Grünzug des Schmerlingplatzes zwischen Justizpalast und Parlament. Der Platz gehört zur Ringstraßenzone und wird von mehreren Monumentalbauten gerahmt; die Grünanlagen gliedern den unregelmäßig geformten Platz in zwei Hälften.[1]

Der Schmerlingplatz ist auch als Schauplatz des Justizpalastbrandes 1927 im kollektiven Gedächtnis der Stadt präsent. Die Ereignisse sind ein historischer Bezugspunkt, wenn man die Umgebung des Parks als politischen und institutionellen Stadtraum liest.[2]

1995 erhielt die Grünanlage zwischen Parlament und Justizpalast den Namen Grete-Rehor-Park; 2010 wurde ein kleiner Teilbereich im Zentrum des Platzes als Leopold-Gratz-Platz benannt.[3]

Vertiefende Informationen: Hintergründe & Kontext zu Schmerlingplatz (Ringstraßenzone, 1927: Der Brand des Justizpalastes) sowie zum Denkmal der Republik.


Zonta-Rosen

Die Bezeichnung „Zonta-Rosen“ ist im Park nicht nur eine poetische Umschreibung, sondern bezieht sich auf eine konkrete Pflanzaktion: Zum Internationalen Frauentag 1997 wurde im Grete-Rehor-Park vor dem Justizministerium ein Rosenbeet angelegt; zur Pflanzung wurden unter anderem die damalige Frauenministerin Maria Rauch-Kallat und die Wiener Frauenstadträtin Renate Brauner eingeladen.[4]

Denkmäler

Büste von Franz Xaver Gabelsberger

Datierung 1966
Künstler Rudolf Schmidt-Rodaun

An der Seite zum Parlament befindet sich eine Büste von Franz Xaver Gabelsberger, dem Erfinder der Stenografie. Sie wurde 1966 von Rudolf Schmidt-Rodaun in Bronze auf einer Granitstele geschaffen. Die Enthüllung fand am 25. September 1966 statt.[5]

Den Bezug des Denkmals zum Parlament bildet der Umstand, dass dort alle Plenarsitzungen mitstenografiert werden.

Inschrift

Franz Xaver
Gabelsberger
1789–1849
dem Schöpfer und Meister
stenographischer Kunst

Anzengruber-Denkmal

Enthüllung 30. April 1905
Künstler Hans Scherpe
Material Bronze
Standort Hintere Grünanlage vor der Auerspergstraße, gegenüber dem Auerspergpalais

In der Parkanlage gegenüber dem Auerspergpalais ist das Bronzedenkmal für Ludwig Anzengruber zu finden. In der hinteren Grünanlage vor der Auerspergstraße steht – dicht von Bäumen umschlossen – das große Denkmal für den österreichischen Volksdichter.

Der Schriftsteller ist als Bronzefigur auf einem Felsen stehend dargestellt (Tracht, Stock, Hut in der Hand). Das Denkmal wurde von Hans Scherpe geschaffen und am 30. April 1905 enthüllt.

Die Figur am Fuß des Denkmals stellt den Steinklopferhannes dar, eine Figur aus den Kreuzelschreibern.

Geplantes Denkmal: Entsatz-Denkmal 1683 für Sobieski

Datierung 1983
Künstler
Status Grundstein gelegt; Projekt nicht realisiert

Im Park wurde am 12. September 1983 ein Grundstein für ein geplantes Denkmal gesetzt, das nie errichtet wurde; es sollte an den Entsatz Wiens von der Türkenbelagerung erinnern. Die Idee stammte von Otto Swoboda, Ehrenmitglied des Komitees 300 Jahre Entsatz von Wien mit König Jan III. Sobieski. Nach der Grundsteinlegung fehlten die Mittel zur Realisierung.

Inschrift

Grundstein
für das
Entsatz-Denkmal
1683–1983
von den Freunden Sobieskis
Wien, am 12. Sept. 1983

Denkmal der Republik

Enthüllung 12. November 1928
Künstler Franz Seifert (Reumann), Anton Hanak (Adler), Mario Petrucci (Hanusch; nach Entwurf Carl Wollek)
Material Bronze; Granit
Standort Dr.-Karl-Renner-Ring, vor dem Grete-Rehor-Park

Das Denkmal erinnert an die Ausrufung der Republik (12. November 1918) und wurde 1928 zum zehnjährigen Bestehen enthüllt. Es ehrt mit drei Büsten Jakob Reumann, Victor Adler und Ferdinand Hanusch.[6][7]

In der Zeit des autoritären Regimes wurde das Denkmal 1934 abgetragen und 1948 wieder errichtet; die Geschichte des Objekts ist damit selbst ein Kommentar zur Bruchlinie der österreichischen Demokratiegeschichte.[8][9]

Inschrift

Der Erinnerung an die
Errichtung der Republik
am 12. November 1918

Naturdenkmal

Die Stadt Wien führt Naturdenkmäler als geschützte Einzelobjekte (oft Einzelbäume), die wegen ihrer Eigenart, Seltenheit oder besonderen Bedeutung erhaltungswürdig sind.[10]

Der Standort ist in der amtlichen Bezirksliste der Naturdenkmäler für die Innere Stadt als „Schmerlingplatz (Grete-Rehor-Park) – Persische Parrotie (Eisenholzbaum)“ mit der Naturdenkmalnummer 477 erfasst.[11]

Naturdenkmalnummer 477
Art Persische Parrotie (Parrotia persica)
Standort Schmerlingplatz
Unter Schutz seit 26. Juni 1969



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Quellen