Hugo-Wolf-Park

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Hugo-Wolf-Park (ehemals Hartäckerpark)

Hugo-Wolf-Park in Döbling

Benennung 1924 als Hartäckerpark; seit 1953 Hugo-Wolf-Park (zu Ehren des Komponisten Hugo Wolf).[1]
Lage Steilhang zwischen Hartäckerstraße 50–80 und gegenüberliegender Krottenbachstraße 58–74 am Nordhang des Krottenbachtals, unweit der Universität für Bodenkultur.[2]
Fläche rund 57.700 m².[3]
Vorherige Bezeichnungen Hartäckerpark (1924–1953).[4]
Besonderheiten Starke Höhendifferenz von rund 40 m mit Terrassen und Stiegen, Kinderfreibad/Familienbad aus der Zwischenkriegszeit, Skulpturengruppe Brüderlein und Schwesterlein, Ida-Krottendorf-Denkmal, Gemeinschaftsgarten, weiter Blick über das Krottenbachtal.

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Lage und Charakter

Der Hugo-Wolf-Park (ursprünglich Hartäckerpark) liegt am steilen Nordhang des Krottenbachtals zwischen Hartäckerstraße und Krottenbachstraße im 19. Bezirk Döbling.[5] Die Anlage fällt von der höher gelegenen Hartäckerstraße über Terrassen und Stiegen zur Krottenbachstraße hin ab und nutzt den Höhenunterschied von etwa 40 Metern für gestaffelte Wiesenflächen, Gehölzgruppen und Aussichtspunkte.[6]

Von mehreren Stellen im Park bietet sich ein weiter Blick über das Krottenbachtal, Teile des westlichen Döblings, den Wienerwald und bis zum Donautal.[7] Durch den alten Baum- und Strauchbestand wirkt der Park vielerorts fast waldartig; zugleich erinnern offene Wiesen und das seit der Zwischenkriegszeit bestehende Kinderfreibad an die Tradition als Naherholungsgebiet für das dicht bebaute Umfeld. In der Nähe liegen der Döblinger Friedhof, Wohngebiete am Hirschenbergl sowie die Standorte der Universität für Bodenkultur.

Geschichte

Die Parkanlage entstand 1924/1925 auf dem Gelände einer ehemaligen Sandgrube zwischen Hartäckerstraße und Krottenbachstraße und wurde nach und nach erweitert.[8] Die Benennung als Hartäckerpark erfolgte Ende 1924 durch den Gemeinderatsausschuss und knüpfte an die Flur- und Straßennamen der Umgebung an.[9]

Die Gestaltung machte sich den steilen Hang zu Nutze: Wege und Treppen wurden landschaftlich in die Geländeform eingefügt, Felsböschungen teilweise sichtbar belassen und mit einem reichen Gehölzbestand – insbesondere Koniferen – kombiniert.[10] 1929 entstand im unteren Parkbereich ein Kinderfreibad, das im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1947 wieder in Betrieb genommen wurde. Es zählt zu den wenigen Familienbädern der Zwischenkriegszeit, die noch heute bestehen.[11]

Anlässlich des 50. Todestages des Komponisten Hugo Wolf erhielt die Anlage 1953 ihren heutigen Namen Hugo-Wolf-Park; die Bezeichnung Hartäckerpark blieb in der lokalen Erinnerung und in älteren Bildtiteln erhalten.[12] 1988 wurde im Park der Döblinger Freiheitsweg angelegt, der an das Ende der Ersten Republik und die Rolle Döblings in dieser Zeit erinnert.[13]

Anlage und Ausstattung

Der obere Teil des Parks ist geprägt von baumbestandenen Wiesenflächen, die sich zur Hartäckerstraße hin öffnen, während der Hang zur Krottenbachstraße mit Wegen, Stützmauern und Stiegen durchzogen ist. Zwischen den Geländestufen liegen Sitzbereiche, kleine Spielplätze und Ausblicke Richtung Kahlenberg und Leopoldsberg.[14]

Im unteren Abschnitt befindet sich das Familienbad Hugo-Wolf-Park mit Becken, Liegewiesen und Kinderspielzonen, das in den Sommermonaten betrieben wird.[15] Ergänzt wird die Ausstattung durch Spielplätze mit Sandbereichen, Rutschen und Schaukeln, einen Ballspielplatz mit Tischtennismöglichkeiten sowie Wege, die den Park mit den angrenzenden Wohngebieten und der Krottenbachstraße verbinden.[16]

Am südwestlichen Rand entstand in den letzten Jahren ein Gemeinschaftsgarten, in dem auf Terrassenbeeten Obst, Gemüse und Kräuter biologisch angebaut werden. Er wird von einer engagierten Nachbarschaftsgruppe in Kooperation mit den Wiener Stadtgärten betrieben und ergänzt das Bild des Parks als vielseitig genutzten Grünraum.[17]

Kunst im Park

Künstlerisch geprägt wird der Park vor allem durch die Bronzegruppe Brüderlein und Schwesterlein, die 1930 nach einem Motiv von Franz Waldmüller aufgestellt wurde und im Bestand der Stadt Wien geführt wird.[18]

Seit 1998 erinnert zudem ein Denkmal an die Schauspielerin Ida Krottendorf, das von Reinhard Winter gestaltet wurde und an ihre Verbundenheit mit Döbling anknüpft.[19] Historische Fotografien zeigen den Park bereits um 1920 als markanten Grünraum über der Krottenbachstraße, der das Bild des damals rasch wachsenden Bezirks mitprägte.[20]

Öffentlicher Verkehr

Der Zugang zum Hugo-Wolf-Park erfolgt vor allem über die Krottenbachstraße und die Hartäckerstraße. In Gehweite liegen mehrere Haltestellen der Buslinien 10A, 35A, 37A und 40A, insbesondere die Stationen Dänenstraße und Rodlergasse.[21] Über diese Linien besteht Anschluss zur S-Bahn-Station Wien Krottenbachstraße (S45) sowie zu den U-Bahn-Linien U4 und U6 im Bereich Spittelau und Währinger Straße/Volksoper.[22]

Für einen Besuch bietet sich etwa die Anreise mit der S45 bis Wien Krottenbachstraße an, von wo aus der Park in rund zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß oder mit einem kurzen Busweg erreichbar ist. Der Bereich ist auch mit dem Fahrrad gut erschlossen; Radwege im Krottenbachtal und in Richtung Türkenschanzpark verbinden den Hugo-Wolf-Park mit weiteren Grünanlagen im Nordwesten Wiens.[23]

Praktische Hinweise

Erreichbarkeit
Am besten mit der S-Bahn-Linie S45 bis Wien Krottenbachstraße und weiter zu Fuß oder mit den Buslinien 35A beziehungsweise 10A/37A/40A (Haltestellen im Bereich Dänenstraße und Rodlergasse). Alternativ Anreise über U4 oder U6 mit Umstieg an den Knoten Spittelau beziehungsweise Währinger Straße/Volksoper auf die S45 oder die genannten Buslinien.[24] Wer aus dem Grätzel kommt, erreicht den Park über mehrere Stiegenanlagen direkt aus der Hartäckerstraße oder von der Krottenbachstraße her.
Hugo-Wolf-Park – Überblick
Bezirk / Lage
19., Döbling; Steilhangpark zwischen Hartäckerstraße und Krottenbachstraße, nordwestlich des Stadtzentrums und in Nachbarschaft zur Universität für Bodenkultur.[25]
Umgebung
Wohngebiete am Hirschenbergl und entlang der Krottenbachstraße, Döblinger Friedhof, Türkenschanzpark und weitere Grünanlagen im Umkreis; durch Wege- und Stiegennetze gut mit dem umliegenden Grätzel verbunden.[26]
Charakter des Parks
Stark gegliederte Hanglandschaft mit waldartigen Bereichen, offenen Wiesen und Aussichtspunkten; typischer Wiener Zwischenkriegspark, der bis heute als Naherholungsgebiet und Spielraum für Familien dient.[27]
Hinweise
Besonders lohnend an klaren Tagen wegen der weiten Blicke über das Krottenbachtal und den Wienerwald. Der Park eignet sich gut zur Kombination mit einem Besuch im Türkenschanzpark oder einem Spaziergang entlang der Krottenbachstraße; das Familienbad und der Gemeinschaftsgarten geben einen Einblick in die soziale Nutzung des Grünraums von der Zwischenkriegszeit bis heute.[28]
Navigation

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Quellen

  1. Wien Geschichte Wiki, Eintrag Hartäckerpark (19); Stadt Wien, Hugo-Wolf-Parkhttps://www.wien.gv.at/freizeit/hugo-wolf-park
  2. Wien Geschichte Wiki, Hartäckerpark (19); Krottenbachstraße (Wien) – https://de.wikipedia.org/wiki/Krottenbachstra%C3%9Fe_%28Wien%29
  3. Liste der Wiener Parks und Gartenanlagen/Döbling – https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Wiener_Parks_und_Gartenanlagen/D%C3%B6bling
    Stadt Wien, Hugo-Wolf-Parkhttps://www.wien.gv.at/freizeit/hugo-wolf-park
  4. Wien Geschichte Wiki, Hartäckerpark (19); Austria-Forum, Krottenbachstraße (Wien)https://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Krottenbachstra%C3%9Fe_%28Wien%29
  5. Wien Geschichte Wiki, Hartäckerpark (19); Stadt Wien, Hugo-Wolf-Parkhttps://www.wien.gv.at/freizeit/hugo-wolf-park
  6. AustriaSites, Hugo-Wolf-Parkhttps://www.austriasites.com/vienna/bezirk19_hugo_wolf_park.htm
  7. Stadt Wien, Hugo-Wolf-Parkhttps://www.wien.gv.at/freizeit/hugo-wolf-park
  8. Stadt Wien, Hugo-Wolf-Parkhttps://www.wien.gv.at/freizeit/hugo-wolf-park
    Friedrich Kratochwjle in
    Die städtischen Gärten Wiens, 1931.
  9. Wien Geschichte Wiki, Hartäckerpark (19); Dachdecker Skydach, Datensammlung Döblinger Verkehrsflächen – https://dachdecker-skydach.at/19-bezirk-doebling-1190-wien-spengler-dachdecker
  10. Wikimapia, Hugo-Wolf-Parkhttps://wikimapia.org/26160575/de/Hugo-Wolf-Park
  11. Stadt Wien, Familienbad Hugo-Wolf-Parkhttps://www.wien.gv.at/freizeit/familienbad-hugo-wolf-park
  12. Liste der Wiener Parks und Gartenanlagen/Döbling – https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Wiener_Parks_und_Gartenanlagen/D%C3%B6bling
    Austria-Forum, Krottenbachstraße (Wien)https://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Krottenbachstra%C3%9Fe_%28Wien%29
  13. Stadt Wien, Hugo-Wolf-Park – wie oben.
  14. Wir in Wien, Hugo-Wolf-Park – der döblinger Waldparkhttps://wirinwien.blog/hugo-wolf-park/
  15. Stadt Wien, Familienbad Hugo-Wolf-Parkhttps://www.wien.gv.at/freizeit/familienbad-hugo-wolf-park
  16. Stadt Wien, Hugo-Wolf-Park – wie oben.
  17. Gartenpolylog, Gemeinschaftsgarten Hugo Wolf Parkhttps://gartenpolylog.org/gartenprojekt/gemeinschaftsgarten-hugo-wolf-park
  18. Liste der Wiener Parks und Gartenanlagen/Döbling – wie oben; Stadt Wien, Hugo-Wolf-Park – wie oben.
  19. Liste der Wiener Parks und Gartenanlagen/Döbling – wie oben.
  20. Datei Hugo Wolf Park um 1920.jpg, Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hugo_Wolf_Park_um_1920.jpg
  21. Moovit, Hugo-Wolf-Park haltestellehttps://moovitapp.com/
  22. Moovit – wie oben.
  23. Döbling – https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6bling
  24. Moovit, Hugo-Wolf-Park haltestelle – wie oben.
  25. Stadt Wien, Hugo-Wolf-Parkhttps://www.wien.gv.at/freizeit/hugo-wolf-park
  26. Döbling – https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6bling
  27. Friedrich Kratochwjle, Die städtischen Gärten Wiens, 1931; Stadt Wien, Hugo-Wolf-Park – wie oben.
  28. Wir in Wien, Hugo-Wolf-Park – der döblinger Waldparkhttps://wirinwien.blog/hugo-wolf-park/
    Gartenpolylog – wie oben.