Kärntner Straße 21-23

Aus City ABC

Das Gebäude

Ein Bild.

Bezirk

1., Innere Stadt

Aliasadressen
=Kärntner Straße 21-23
Konskriptionsnummer
vor 1862: 944, 945
vor 1821: 1002, 1003
vor 1795: 963, 964, 965
Baujahr
1948–1950
Architekten (Bau)
Hermann Aichinger
Heinrich Schmid

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Inhaltslizenz: CC-BY-SA 4.0

Das Haus - Architektur und Geschichte

Das heutige Wohn- und Geschäftshaus entstand als Nachkriegsneubau an der Stelle zweier älterer, im Jahr 1945 zerstörter Häuser. Es wurde 1950 nach Plänen von Heinrich Schmid und Hermann Aichinger errichtet.

Die Adresse liegt in einem besonders prominenten Abschnitt der Kärntner Straße, also in jener Wiener Geschäftsstraße, die seit dem 19. und 20. Jahrhundert zu den wichtigsten Einkaufs- und Flanierzonen der Innenstadt gehört. Der Nachkriegsbau knüpft damit an eine lange Tradition von Handel, Wohnen und städtischer Repräsentation an diesem Ort an.[1]

Besonders interessant ist die spätere Nutzung des Hauses durch moderne Handels- und Designunternehmen. Bereits 1951 wurde hier ein Geschäftslokal der Firma Olivetti eingerichtet, dessen Umbau von Karl Schwanzer gemeinsam mit Emiliano Bernasconi stammt. Dieser Innenausbau gilt heute als nicht erhalten, zeigt aber, dass die Adresse kurz nach dem Wiederaufbau auch in der Geschichte des österreichischen Nachkriegsdesigns eine Rolle spielte.[2]

Vorgängerhäuser

Vor dem heutigen Bau standen hier zwei ältere Häuser, die in der Stadtgeschichte gut greifbar sind. Ein Teil des Grundstücks gehörte zum Haus Allwo der Esel in der Wiege liegt, das im Wien Geschichte Wiki als Teil von Kärntner Straße 21-23 geführt wird.[3]

Allwo der Esel in der Wiege liegt

Allwo der Esel in der Wiege liegt

Das ehemals hier stehende Haus Stadt 994 hatte im Jahr 1598 den Namen "Allwo der Esel in der Wiege liegt". Der damalige Besitzer war der Bäckermeister Melchior Khlesl, der Protestant war, sein ältester Sohn (1553 geboren) war der spätere Kardinal und Minister Melchior Khlesl. Der Name des Hauses, der zuvor "Zum Blauen Esel" lautete, wurde offensichtlich spotthaft geändert, als Khlesl zum katholischen Kardinal wurde. [4] (Siehe dazu auch: die Legende Zum Esel in der Wiege)

1795 wurde das Haus mit einem kleinen Nebenhaus (963) vom Eisenwarenhändler Franz Winkler erworben und durch einen Neubau ersetzt, dem Besitzer entsprechend hieß das Haus da "Zum eisernen Mann" und trug an der Fassade einen kleinen eisernen Ritter. [5], [6]

Das Gebäude wurde 1945 durch einen Brand, der an der Kärntner Straße wütete, zerstört.

Zum großen Hauen

Das andere Haus, Stadt 995, wurde 1338 erstmals genannt und trug im 17. Jahrhundert den Namen "Zum großen Hauen". 1814 riss man das Gebäude ab und ersetzte es durch einen Neubau. 1938 verleibte es das NS-Regime der "Brauerei Schwechat AG" ein. Am 12. März 1945 traf das Haus eine Bombe, die schwere Schäden anrichtete. Endgültig zerstört wurde es durch den großen Brand am 11.4.1945.

Bekannte Bewohner

Alois Blumauer

ICON Freimaurer.png

Hier wohnte und starb der Schriftsteller und Buchhändler Alois Blumauer (Pseudonym Auer, * 21. Dezember 1755 Steyr, Oberösterreich, † 16. März 1798 ebenhier). Seine Karriere begann Blumauer im Jesuitenorden, als dieser aufgelöst wurde, kehrte er ins weltliche Leben zurück. Mit seiner aufklärerischen Einstellung unterstützte er mit publizistischen Werken die Ideen von Josephs II. und trat schließlich 1782 der Freimaurerloge "Zur Wahren Eintracht" bei. 1785 gab er das Journal für Freimaurer heraus, zwischen 1781 und 1794 den „Wiener Musenalmanach". 1793 übernahm er die Gräffersche Buchhandlung.

Nach ihm ist die Blumauergasse im 2. Bezirk benannt.

Der literarische Salon der Julie Rettich

Icon Wohnhaus Person.png

In der Biedermeierzeit ist die Adresse auch mit der Burgtheater-Schauspielerin Julie Rettich (geborene Gley, * 17. April 1809 Hamburg, † 11. April 1866 Wien) verbunden. Sie unterhielt hier einen literarischen Salon. Die Burgtheater-Schauspielerin lud zu ihren Veranstaltungen die damals angesehensten Künstler ein, unter ihnen Franz Grillparzer, Adalbert Stifter, Heinrich Laube und Eduard von Bauernfeld. Besonders schön ist die überlieferte Episode, dass Friedrich Hebbel 1846 in ihrem Salon aus seiner Komödie Der Diamant vorlas.

In der Burgtheatergalerie hängt ein Ölbild der Schauspielerin, das Franz Eybl malte. Nach ihr ist die Rettichgasse im 14. Bezirk benannt.[7][8][9]


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Quellen