Bankgasse

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Bankgasse

Bankgasse

Bezirk
1., Innere Stadt
Benennung
1862 (Erstnennung: 1301)
Benannt nach
k.k. privilegierter österreichischen Nationalbank
Länge in Metern
239,67 Meter [1]
Gehzeit in Minuten
2,89 Minuten
Vorherige Bezeichnungen
(Große) Schenkenstraße, Vordere Schenkenstraße


Namensgebung und Geschichte

1301 hieß die Gasse noch Schenkenstraße (nach dem Haus des Heinrich Schenk von Haßbach). 1452 findet sich der Name Vordere Schenkenstraße (die Hintere Schenkenstraße ist die heutige Schenkenstraße); 1770 ist sie als "Große Schenkenstraße" zu finden.

Der Name Bankgasse wurde ihr erst 1862 nach der k.k. privilegierten österreichischen Nationalbank (später: Österreichisch-ungarische Bank, ab 1923 Österreichische Nationalbank) gegeben.

Die erste Unterkunft der Bank war in der Singerstraße 17-19 (Stadtbancogebäude), das Bankpalais in der Bankgasse 1 Ecke Herrengasse 17 wurde 1820 von Rafael von Siegel errichtet. Architekten waren Charles des Moreau und Paul Sprenger.

1860 übersiedelte die Bank auf die andere Straßenseite, in das neue Nationalbankgebäude von Heinrich von Ferstel.

Ausgrabungen

An der Mündung der Bankgasse gegen den Platz des Burgtheaters deckte man an verschiedenen Stellen römische Teile von Mörtelguss über Steinpackungen auf, die von schwachen Mauern umschlossen waren. Möglicherweise handelte es sich um ummauerte Grabstellen. Weiters fand man Spuren zerstörter Ziegelgräber.

Die Häuser der Gasse

  • Bankgasse 1, ehem. Österreichischen Nationalbank, heute Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Galerie Artziwna, Skulpturenhof, Ausgrabungen
  • Bankgasse 2, Batthyànypalais, Gedenktafel Figl, Das Hotel Klomser und Oberst Redl, Ausgrabungen, Tafel "Wien - Eine Stadt stellt sich vor"
  • Bankgasse 3, Österreichisch-Ungarische Bank, das "Haus der fünf Morde", das Haus "Zum schwarzen Tor" und der Wirt Bleibimhaus
  • Bankgasse 4-6, Palais Strattmann-Windisch-Graetz, Ungarische und Siebenbürgische Hofkanzlei, Gedenk-Inschrift zur Genesung Maria Theresias, Botschaft der Republik Ungarn, Tafel "Wien - Eine Stadt stellt sich vor"
  • Bankgasse 5-7, Palais Starhemberg, Ausgrabungen
  • Bankgasse 8, Das Concordia Haus
  • Bankgasse 9, Palais Liechtenstein, Biedermeier-Museum, Ausgrabungen, Lokale: Minoritenstüberl
  • Bankgasse 10, Besitz der Familie Liechtenstein

Praktische Hinweise

Erreichbarkeit
U3 Herrengasse (Ausgang Freyung/Strauchgasse) in wenigen Gehminuten; U2 Schottentor mit kurzem Fußweg über Schottengasse und Freyung. Straßenbahnlinien 1, 2, D und 71 am Schottenring/Burgtheater; Citybus 1A und 2A mit Haltestellen in der Herrengasse, bei Freyung und am Minoritenplatz. Keine ÖV-Linien direkt in der Bankgasse, Zufahrt vor allem für Anrainer, Diplomatie und Amtsverkehr.
Besichtigungstipps
Palaiskette vom ehemaligen Nationalbank-Gebäude an der Herrengasse über Palais Batthyány und die frühere Ungarische Hofkanzlei bis zum Stadtpalais Liechtenstein; Blicke in Höfe und Portale, soweit zugänglich. Gut kombinierbar mit einem Rundgang durch das Regierungsviertel zwischen Minoritenplatz, Ballhausplatz und Löwelstraße sowie einem Abstecher zur Minoritenkirche.
Bankgasse – Überblick
Benennung
seit 1862 Bankgasse, benannt nach der k.k. privilegierten Österreichischen Nationalbank, die hier am Eck zur Herrengasse ihren Sitz hatte; davor als (Große) Schenkenstraße bzw. Vordere Schenkenstraße belegt.
Anlage
gerade Verbindungsgasse im Regierungsviertel zwischen Herrengasse und Löwelstraße; entstanden als nördlicher Abschluss des Minoritenkloster-Areals, mit Querungen von Schenkenstraße, Petrarcagasse und Abraham-a-Santa-Clara-Gasse.
Lage/Charakter
etwa 230 Meter lange, relativ schmale Einbahnstraße ohne Geschäftszeilen; ruhiger Regierungs- und Palaisraum mit wenig Publikumsverkehr und punktuellen Parkplätzen, geprägt von Dienstfahrzeugen und Fußgängerinnen und Fußgängern.
Prägende Bauten
ehemaliges Nationalbankgebäude (Bankgasse 1/Herrengasse 17); Palais Batthyány (Bankgasse 2); frühere Ungarische Hofkanzlei bzw. heutige Ungarische Botschaft (Bankgasse 4–6); Rückfront des Palais Starhemberg (Bankgasse 5–7); Concordia-Haus mit Presseclub Concordia (Bankgasse 8); Stadtpalais Liechtenstein (Bankgasse 9) als eines der bedeutendsten Hochbarock-Palais Wiens.
Kultur
klassisches Beispiel für das barocke und historistische Palaisviertel rund um Hofburg und Minoritenplatz; stark mit Bank-, Diplomatie- und Mediengeschichte verknüpft (Nationalbank, Ungarische Hofkanzlei/Botschaft, Presseclub Concordia, Sammlung Liechtenstein).
Aktuell diskutiert
primär Themen der Altstadterhaltung und Denkmalschutzes im Regierungs- und Palaisensemble; im Alltag vor allem in Zusammenhang mit Sicherheitsmaßnahmen, Sperren bei Staatsbesuchen oder Demonstrationen im Umfeld von Ballhausplatz und Minoritenplatz wahrgenommen.
Navigation

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Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at