Graben 8

Aus City ABC

Das Gebäude

Ein Bild.

Bezirk
1., Innere Stadt
Aliasadressen
=Graben 8
=Spiegelgasse 1
Konskriptionsnummer Stadt

or 1862: 1094, 1095 | vor 1821: 1160, 1161 | vor 1795: 1120, 1121

vor 1862: 1094, 1095
vor 1847: 1094, 1095
vor 1821: 1160, 1161
vor 1795: 1120, 1121
Baujahr
1886
Architekten (Bau)
Carl Schumann, Theodor Bach
Inhaltslizenz: CC-BY-SA 4.0


Das Haus Zur blauen Krone - Architektur und Geschichte

Das Eckhaus Graben 8 bildet den Auftakt zur Spiegelgasse und trägt dort die Hausnummer 1. Als Wohn- und Geschäftshaus ist es bis heute auf die beiden Straßenfronten hin organisiert, mit einer besonders betonten Eckzone, die den Übergang vom Graben in die Spiegelgasse städtebaulich markiert.[1]

Neubau „New York“

Der heutige Bau entstand nach Plänen von Carl Schumann als repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus der amerikanischen Versicherungsgesellschaft „New York“. Zeitgenössische Beschreibungen heben neben dem Anspruch einer „Mietpalais“-Architektur auch den für die Epoche modernen technischen Komfort hervor, unter anderem eine Liftanlage.[2]

Ein bis heute prägnantes Detail ist der amerikanische Kondor über dem Uhrturm. Das Motiv wird in der Literatur ausdrücklich als Hinweis auf den ursprünglichen Auftraggeber gelesen und gehört zu den auffälligsten Symbolen an der Fassade.[3]

Vorgängerhäuser

Zur goldenen Krone und Zur blauen Krone

Haus 1094 wurde erstmals 1439 urkundlich erwähnt, 1772 kaufte es der Kammerjuwelier von Maria Theresia, Franz Mack. Sein Sohn, Valentin Ritter von Mack, baute das Haus mehrfach um. Im 16. Jahrhundert (1521 – 1566) war hier die Apotheke „Zur goldenen Krone“ zu finden. 1872 wurde das Gebäude von der Wiener Baugesellschaft gekauft.

Haus 1095 wurde ebenfalls 1439 erwähnt und trug das Hausschild „Zur blauen Krone“.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohn- und Sterbehaus der Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach

Icon Wohnhaus Person.png

In dem Haus starb 1916 Marie von Ebner-Eschenbach (*13. September 1830 auf Schloss Zdislawitz bei Kremsier in Mähren als Marie Dubský von Třebomyslice; † 12. März 1916 ebenhier).

✡ Wohn- und Sterbehaus des Bankiers Adam Isak Arnsteiner

Icon Wohnhaus Person.png

Adam Isak Arnsteiner (* 1721, † 21. Oktober 1785, ebenhier) war Bankier. Er gehörte im 18. Jahrhundert zu den wenigen jüdischen Bürgern, die in Wien wohnen durften, da er als "Kaiserlicher Faktor" und k.k. privilegierter Großhändler tätig war.

Geschäftszone und Braun & Co

Im Vorgängerhaus befand sich der Musikverlag V. Schmidbauer & Co (1795).

E.Braun & Co.

Ein wesentlicher Teil der Identität des Hauses ist die Geschäftszone am Graben. Das Traditionsunternehmen E. Braun & Co, der k.u.k.Hof-Herrenausstatter, war hier seit dem späten 19. Jahrhundert ansässig; eine Rathauskorrespondenz der Stadt Wien nennt den Standort am Graben 8 und zeichnet die Firmengeschichte nach.[4] 1904 wurde die Geschäftsfront für Braun & Co von Arnold Hatschek neu gestaltet. In der Baugeschichtsdokumentation wird dabei vor allem die zweigeschossige, reich materialisierte Portal- und Schaufensterzone hervorgehoben.[5][6] Das Geschäftslokal wurde erst von der Palmers-Kette genutzt, heute ist hier eine H&M-Filiale, die historische Inneneinrichtung ist jedoch bis heute erhalten.[7]

Die Stadt Wien vermerkt später auch den Denkmalstatus des Hauses (Unterschutzstellung 1975) und beschreibt Restaurierung und Revitalisierung, mit dem Ziel, das historische Erscheinungsbild weitgehend zu bewahren.[8]

Bakalowitz in der Spiegelgasse

Zur Geschichte der Spiegelgassen-Front gehört auch ein heute nicht mehr erhaltenes Geschäftslokal der Firma Bakalowitz. Das Architektenlexikon führt hierfür eine Gestaltung von Marcel Kammerer um 1910 an.[9]

Historische und aktuelle Ansichten


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Quellen